Ich schreibe diesen Text eine Stunde nach dem ich das Serienfinale (USA) gesehen habe. Und ich bin emotional immer noch ziemlich mitgenommen. Ich werde diesen Artikel aber erst veröffentlichen wenn das Staffelfinale in Deutschland zu sehen war. Ich bin gespannt wie ich das Ende bis dahin sehe. Im Moment kann ich es einfach nicht glauben. Solltest du das Serienfinale noch nicht gelesen haben, dann bitte nicht weiter lesen.

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Aber soviel möchte ich sagen, weil ich denke im Verlauf des Artikels geht es verloren, es war großartig gespielt. Ich habe immer mit Lily geweint und auch die Szene mit Barney und seiner Tochter war einfach herzergreifend. (Auch wenn die Storyline um Barney seiner absolut nicht würdig war.)

Falsche Erwartungen?

Ich fange mal vorne an. Ich bin so ca zur 4/5ten Staffel eingestiegen und habe dann in einer Art Marathon alle bisherigen Folgen geschaut. Ich war also ziemlich begeistert. Meine Lieblingscharaktere sind Barney, weil originell und unterhaltsam und Lily&Marshall, meiner Meinung nach das  beste Serienpaar aller Zeiten.

Bis zur Staffel 7 hat die Serie ein konstantes Niveau, Staffel 8 hat dann teilweise deutliche Längen was sich in Staffel 9 leider fortsetzt. Die neunte Staffel, ist ohnehin ein Kapitel für sich. Fast die Komplette Staffel dreht sich um das Hochzeitswochenende von Barney und Robin. Jeder der 5 Freunde trifft außerdem die Mutter, natürlich Ted zuletzt. Eingearbeitet sind auch ein paar wenige Rückblenden und Vorblenden, so dass wir wenigstens kleine Momente mit Tracy und Ted erleben. Leider kommen wir dafür an einer ganzen Reihe „Füllerfolgen“ vorbei.

Vielleicht hatte ich die falschen Erwartungen an Staffel 9. Ich wollte wissen wie Ted die Mutter kennenlernte. Ich wollte wissen wie die Clique mit ihr auskommt, wie sie sich einfügt, wie sie so ist. Sie kennenlernen. In der ganzen Staffel haben wir eher wenig von der Mutter/Tracy gesehen. So wenig dass es zwischendrin enttäuschend war . Langatmig. Zuweilen sogar nervig.
Und doch macht manches Sinn. The Locket. Das Medaillon. Ted ist derjenige der es Robin zurückbringt. Das ist kein nerviger Nebenplott, wie es mir erst erschien. Ich gehörte zu der „wann haben wir diese Ted/Robin Nummer endlich durch“ Fraktion. Wenn man sich den Verlauf der Serie anschaut, war es dann nicht eigentlich klar dass sie zusammen Enden? Ich bin mir hier eigentlich nicht sicher.

Nach dem zweiten Mal schauen innerhalb von 5h geht es mir besser. Wie Ted die Mutter kennenlernt ist echt schön gemacht. Auch wie die beiden zusammen funktionieren ist toll.

Aber das Ende… Ne. Wieso hat man soviel Erzählmaterial in die letzten Minuten gepackt? Wieso hat man nicht ein paar Füllerfolgen rausgelassen und sich dafür mit solch wichtigen Dingen beschäftigt? Ich bin schon fast beleidigt dass man uns so ein Ende hinwirft. Es wird der Serie nicht gerecht. Es wird den Charakteren von Barney und Robin nicht gerecht. Die beiden die „einfach so“ aufgeben als die Beziehung nicht funktioniert, dabei hat man sich soviel Mühe gegeben und uns immer und immer und immer wieder gezeigt wie toll die beiden als Paar sind.

Und dann die „Zurückentwicklung“ von Barney. Das wirkte so lächerlich. Er fällt in alte Muster zurück, krallt sich jede Frau die nicht bei 3 auf dem Baum ist und am Ende bekommt er eine Tochter von einer Namenlosen! Unbekannten. Also ehrlich. Das wirkt schon lieblos und wird dem Charakter so gar nicht gerecht.

Mit Abstand betrachtet

Mit ein bisschen Abstand betrachtet (kurz vor Ausstrahlung des Finales in Deutsch) und nachdem ich die Folgen noch mal gesehen habe muss ich sagen: Ted&Tracy die beiden passen wirklich gut zusammen. Dass es so mit den beiden endet ist schade. Auch unnötig. Aus Fansicht. Andererseits ist es nicht unbedingt das Ende selbst das verwundert und schwer verdaulich war. Vielmehr die Art wie es erzählt wird. Als Zuschauer hat man nicht mal zwei Minuten Zeit von der Emotion „Freude mit Ted“ zu dem „entsetzen/der Trauer“ aufgrund des Dramas, dass ja auch nur angerissen wird und den folgenden Ereignissen.

Dabei ist „Ted und Robin“ eigentlich logisch wenn man den Verlauf der Serie betrachtet. Robin ist zwar nicht die Mutter seiner Kinder, aber sie ist der Ankerpunkt der Serie. Die Hindernisse in der Lebensplanung, die Ted und Robin hatten, sind auch Geschichte. Ted hat die Kinder die er wollte, Robin hat Karriere gemacht wie sie wollte. Jetzt können sie sich auch einander zuwenden. Das ist an sich, gar nicht unlogisch, sondern sogar recht realitätsnah wie ich finde.

Die Reaktion der Kinder ist aber schon ziemlich unrealistisch oder? Welche Kinder würden so reagieren? Ihr merkt ich bin trotzdem nicht überzeugt vom Ende. Nein. Da hätte man so viel mehr draus machen können. Und wenn man sich den Überraschungseffekt aufheben wollte, was ich nachvollziehen kann, dann hätte man doch eine Folge in Spielfilmlänge draus machen können. Da hätte man ausreichend Zeit gehabt die Ereignisse in einen würdigen Rahmen zu packen. So hat man den Fans in den letzten Minuten der Serie noch eine Reihe Fakten reingedrückt und bäm, bum, Ende!

Sollte das Ziel von Carter Bays und Craig Thomas gewesen sein, Schlagzeilen zu machen und Gesprächsthema zu sein, dann ist das in vollem Maße erfüllt. Es gab soooo viele Tweets, Beiträge und Diskussionen über das Finale, it’s going to be legen- wait for it- dairy! Leider löste das Finale bei den meisten eher negative Kritik aus, aber Kontroversen werden doch länger diskutiert ;-). Als Reaktion auf die Fan Reaktionen haben die beiden Produzenten übrigens ein alternatives Ende auf der DVD Edition angekündigt. Ein schwacher Trost oder?
Hier noch ein paar Links für euch: Das Dankeschön von Cast und Crew , eine Kritik am Finale und ein von Fans zusammengeschnittenes Alternatives Ende .

Jetzt bin ich ziemlich gespannt, was ihr zum Serienfinale denkt. Gut gelöst oder voll versemmelt?

2 Comments on How I met your mother, wie eine Serie zu Ende geht

  1. Anonymiss
    31. August 2014 at 18:16:16 (5 Jahren ago)

    Ich habe gestern – endlich – das Finale und auch die vorletzte Folge gesehen.
    Was soll ich sagen, du hast sowas von Recht. Ich hätte es nicht besser ausdrücken können! Ich bin auch zwiegespalten und weiß überhaupt nicht, was ich davon halten soll.
    Einerseits, ist es wirklich logisch (im Nachhinein), dass Robin und Ted am Ende zusammenfinden, aber andererseits, fand ich es auch so unglaublich traurig, dass Tracy starb und vor allen dingen wahnsinnig traurig, dass Robin und Barney nicht zusammenblieben, ich habe es Barney so gegönnt. Und Rotz und Wasser geheult, bei der Szene mit seiner Tochter.
    Ich bleib dabei – ich weiß einfach nicht, was ich davon halten soll.

    Antworten
    • Gwenhwyfar
      4. September 2014 at 09:05:27 (5 Jahren ago)

      Ja sehr schwierige Sache irgendwie… und im Vergleich zur Serie nicht ganz so hm „liebevoll“ gemacht…

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